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Freitag, 27. Mai 2011

300 Einzelhandelsbeschäftigte demonstrieren vor der Zentrale von Kaufland in Neckarsulm für ein höheres Tarifentgelt

Die Proteste der Gewerkschaft und der Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel werden fortgesetzt. Landesweit beteiligten sich am Freitag, 27. Mai 2011 rund 800 Mitarbeiter an Aktionen, wie ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Stuttgart mitteilte.

Mindestens 300 Menschen kamen zu einer Kundgebung vor der Zentrale von Kaufland in Neckarsulm zusammen. Mit Trillerpfeifen und Plakaten demonstrierten die Beschäftigten, weil die Arbeitgeberseite in der laufenden Tarifrunde bislang kein verbessertes Angebot vorgelegt haben.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten von Kaufland und Handelshof zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Ein weiterer Schwerpunkt der Warnstreiks war der Raum Mannheim und Heidelberg. Die fünfte Runde der Tarifgespräche für die rund 220.000 Beschäftigten im Südwest-Einzelhandel war am Mittwoch auf den 9. Juni 2011 vertagt worden.

Das Angebot der Arbeitgeber von 1,5 Prozent mehr Entgelt und einer Einmalzahlung von 180 Euro für die Beschäftigten des Südwest-Einzelhandels steht die Verdi-Forderung nach einer Tariferhöhung von 6,5 Prozent gegenüber.

Dienstag, 24. Mai 2011

Streiks im Kaufland Neunkirchen, Riegelsberg und Schmelz

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di wurden am Dienstag, 24. Mai 2011 in den Kaufland-Märkte in Neunkirchen, Riegelsberg und Schmelz zu ganztägigen Streikmaßnahmen aufgerufen. Stefanie Nutzenberger, ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiterin Handel, zeigte sich mit der Streikbeteiligung zufrieden un in allen Märkten (darunter auch die real-Märkte in Homburg, Saarbrücken und Saarlouis) sind die Streikmaßnahmen deutlich zu spüren. Dennoch zeigten die Kundinnen und Kunden hohes Verständnis für die Einzelhandelsbeschäftigten und ihre Forderungen. Im Kaufland Schmelz boten am Morgen spontan die Kunden den streikenden Verkäuferinnen an, sie mit Kaffee zu versorgen. Teilweise versuchten die Geschäftsführungen, die Streikwirkungen durch den Einsatz von Leiharbeitnehmern aus anderen Märkten sowie die Verpflichtung von Auszubildenden zu minimieren.

Hintergrund der Streiks sind die festgefahrenden Tarifverhandlungen für die rund 40.000 Beschäftigten des saarländischen Einzelhandels. Am 23. Mai, in der vierten Verhandlungsrunde, unterbreiteten die Arbeitgeber auf die ver.di-Forderung von 6 Prozent, mindestens 120,00 Euro Erhöhung der Löhne und Gehälter und einer Regelung gegen den Missbrauch von Leiharbeit, kein neues Angebot. Sie blieben bei 1,5 Prozent mit drei vorangestellten Nullmonaten sowie einer Einmalzahlung von 180,00 Euro, so ver.di.

Nutzenberger kündigte auf der Kundgebung vor der Europa Galerie in Saarbrücken an, dass es vor der fünften Verhandlungsrunde am 6. Juni 2011 weitere Streikmaßnahmen im saarländischen Einzelhandel geben werde.